| Kassel, 26.07.2010 |
E.ON Mitte: Bereits zahlreiche Konzessionsverträge verlängert |
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„Gerade der Boom beim Anschluss und der Einspeisung von Photovoltaikanlagen hat deutlich gemacht, dass das moderne und zukunftssichere Energienetz von E.ON Mitte eine der wichtigsten Grundlagen für eine gute Entwicklung der Region ist. Zukunftweisende Technologien und Konzepte zum Klimaschutz und der Energieeffizienz werden in Partnerschaft mit den Kommunen von uns schon heute umgesetzt“, erklärte Henrich Wilckens, Vorstandsvorsitzender der E.ON Mitte AG, vor der Presse in Kassel. Er unterstrich, dass sich das Netz von E.ON Mitte in den acht Jahrzehnten seit Gründung der EAM zu einer hochgradig verlässlichen technischen Plattform für Energieverbraucher und Energieerzeuger entwickelt habe. Die über 200 kommunalen Partner von E.ON Mitte könnten sich auf eine hohe Versorgungssicherheit und –zuverlässigkeit bei gleichen Preisen in Stadt und Land verlassen. „Wir stellen uns dem Wettbewerb um Konzessionen – und gewinnen ihn auch. Dabei überzeugen wir die Kommunen mit unserer Kompetenz und dem hohen technischen Standard unserer Netze“, betonte Wilckens. Bereits 31 Konzessionsverträge Strom und 10 Konzessionsverträge Gas seien mit einer Laufzeit bis 2018 und länger abgeschlossen. Dies entspreche beim Strom etwa 24 Prozent der Gesamt-Netzkunden und rund 26 Prozent des Netzabsatzes. Auch in benachbarten Kommunen, die außerhalb des Netzgebiets von E.ON Mitte liegen, bewerbe sich der Regionalversorger um neue Konzessionen zur Energieversorgung. E.ON Mitte biete den Kommunen, bei denen sich der Regionalversorger derzeit um eine Verlängerung der Konzession bewerbe, verbesserte Konzessionsverträge mit Kündigungsrecht an, um den kommunalen Partnern flexiblere politische Handlungsoptionen zu ermöglichen. Wilckens: „Durch diese Möglichkeit sichern sich Kommunen alle Vorteile aus unserem Konzessionsvertrag und können gleichzeitig ohne jeglichen Zeitdruck prüfen, wie sich der Markt entwickelt und ob am Markt angebotene Kooperationsmodelle tatsächlich wirtschaftlich vorteilhaftere Lösungen bieten.“
E.ON Mitte schlägt den Kommunen flankierend zum Konzessionsvertrag vor, eine direkte Beteiligung an E.ON Mitte zu übernehmen. Mit dieser Beteiligung am Gesamtunternehmen profitiere die Kommune sowohl vom Netzgeschäft als auch von den weiteren Geschäftsfelder Vertrieb, Wärme, Biogas, Wasser und Abwasser. Gleichzeitig blieben das Netzgebiet von E.ON Mitte und alle daraus resultierenden Synergie- und Kostenvorteile für die Region erhalten. „Dies ist auch eine Form der Rekommunalisierung, ohne das in 80 Jahren aufgebaute hochmoderne Netz wieder in seine Bestandteile zu zerlegen“, betonte Wilckens. Mit einer Beteiligung an E.ON Mitte könne die kommunale Seite darüber hinaus ihren Einfluss auf das Unternehmen weiter stärken. In der öffentlichen Diskussion werde oft vergessen, dass 12 Landkreise und die Stadt Göttingen an E.ON Mitte mit insgesamt rund 27% der Aktien beteiligt seien und die Unternehmensentscheidungen maßgeblich mitbestimmten. Weber: Einbindung von EEG-Anlagen große Herausforderung Nach Informationen von E.ON Mitte-Vorstandsmitglied Thomas Weber sind aktuell immer größere Mengen Strom aus dezentraler Erzeugung in das Gesamtsystem aufzunehmen, ohne die hohe Versorgungszuverlässigkeit zu gefährden. Dabei stelle insbesondere die Einbindung der fluktuierenden Erneuerbaren Energien eine große Herausforderung dar. Durch die Einspeisung aus Windkraft und Solarenergie müsse der Netzbetrieb zukünftig noch schneller und häufiger auf Änderungen der Lastflussrichtung reagieren. Rund 4.650 Anträge für den Anschluss von „Kleinkraftwerken“, die Wasserkraft, Biomasse, Sonnen- und Windenergie sowie Deponie-, Klär- und Grubengas nutzen, wurden allein im ersten Halbjahr 2010 bei E.ON Mitte gestellt. Insgesamt speisten Ende Juni knapp 24.000 Anlagen umweltfreundlichen erzeugten Strom in das Netz von E.ON Mitte ein. Weber: „Der Boom bei den Anschlussanträgen hat sich in den ersten Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt.“ Die besondere Problematik der Lieferschwierigkeiten von Solar-Wechselrichtern im Zusammenhang mit der Anpassung der Solarstromförderung sei von E.ON Mitte sehr offensiv mit einer kooperativen Lösung beim Netzanschluss gelöst worden. Intelligentes Netz: Hohe Investitionen „Durch die neuen Anforderungen stößt das Netz an seine Systemgrenzen, die aktuelle und in den nächsten Jahren enorme Investitionen nötig machen“, führte Weber weiter aus. Allein im Jahr 2010 investiere E.ON Mitte in den Erhalt und den Ausbau ihres Energieversorgungsnetzes rund 57 Millionen Euro. Mittelfristiges Ziel sei eine umfassende Neuausrichtung der bisher „passiven“ Netze hin zu „aktiven“ Netzen durch eine Überlagerung der klassischen Energienetze mit einem Informations- und Kommunikationsnetz. Ein wichtiger Baustein für E.ON Mitte zum Thema „Intelligente Netze“ sei das mit deENet initiierte Projekt „Regionale Energieversorgung 2020“, an dem SMA Solar Technology und die Fraunhofer-Institute IWES und IBP beteiligt sind. Felsberg: Modellkommune im Schwalm-Eder-Kreis Bisher wurden in der ausgewählten Modellkommune Felsberg im Schwalm-Eder-Kreis Potenzialstudien für Energieeffizienz und EEG-Erzeugung als Basis für das intelligente Netzkonzept sowie für die regionale Energiestrategie vorgenommen. Weitere Schritte sind intensive Kommunikationsprozesse mit regionalen Akteuren und Langzeit-Messkampagnen zur Analyse des Netzzustandes in Felsberg. Darauf aufbauend soll ab 2012 ein intelligentes Netz errichtet und als Pilotprojekt betrieben werden. DSL neue Dienstleistung Öffentliche Telekommunikationsanbieter bieten aus Kostengründen in ländlichen Gebieten oft kein DSL an. Wie Weber mitteilte, sei E.ON Mitte eine Kooperation mit dem Systemhaus OR Network eingegangen, um eine alternative DSL-Versorgung, also einen Internetzugang mit hoher Bandbreite, in der Region aufzubauen. Dabei bringe E.ON Mitte den Bereich der Infrastruktur mit einem bestehenden Glasfaser-Kommunikationsnetz und die bestehende Serviceorganisation in die Partnerschaft ein. Auch zum Thema Straßenbeleuchtung würden von E.ON Mitte energie- und kostensparende Konzepte angeboten. Wertbeitrag: Knapp 90 Prozent verbleiben in der Region „Der gesamte Wertbeitrag von E.ON Mitte, also die Zahlungen und Aufwendungen für das Sozialprodukt der Region, lag im vergangenen Jahr bei 266 Millionen Euro, davon verblieben 233 Millionen Euro in unserem Netzgebiet für Personalaufwendungen, Aufträge an Firmen aus dem Versorgungsgebiet, Konzessionsabgaben, Dividendenzahlungen sowie Steuern und Zinsen“, unterstrich E.ON Mitte-Vorstandsmitglied Georg von Meibom. Damit verblieben von 8 Euro Wertbeitrag, den E.ON Mitte durch den Betrieb von Versorgungsnetzen erwirtschaft habe, 7 Euro, also knapp 90 Prozent, in der Region. Von Meibom: „Das ständig in der öffentlichen Diskussion genannte Argument, der Kauf von Netzen durch Kommunen schaffe lokale Wertschöpfung, ist nicht richtig, denn diese wird bereits bei E.ON Mitte erzielt. Die Rekommunalisierung schafft keine zusätzliche Beschäftigung oder zusätzliche Steuern und Abgaben. Sie wird lediglich von einem bereits gut wirtschaftenden Unternehmen mit kommunaler Beteiligung auf andere Unternehmen übertragen.“ E.ON Mitte wichtiger Wirtschaftsmotor für Region Im vergangenen Jahr blieben Personalaufwendungen in Höhe von 113 Millionen Euro vor Ort. Auch der Beitrag für Aufträge an regional ansässige Unternehmen in Höhe von 32 Millionen Euro sei sehr hoch gewesen. Der Anteil für die öffentliche Hand habe sich auf rund 28 Prozent belaufen, davon rund 41 Millionen Euro für die Zahlung von Konzessionsabgaben an die Kommunen und etwa 34 Millionen Euro für Steuerzahlungen. Dazu kämen die Dividendenzahlungen an die kommunalen Aktionäre der E.ON Mitte AG mit rund 12 Millionen Euro für das Jahr 2009. Von Meibom: „Die Zahlen machen deutlich, dass E.ON Mitte ein wichtiger Wirtschaftsmotor ist, der in der Region für Arbeitsplätze, Aufträge für Handwerker und die so dringend benötigten Geldzuflüsse in den Haushalten der Kommunen und Landkreise sorgt. Und das wollen wir auch in Zukunft bleiben.“ (gmb) |
